Linkshänder-Initiative

Probleme umgeschulter Kinder

Viele intelligente, wache, neugierige Kinder freuen sich auf die Schule. Dort lernen sie das Schreiben - mit der rechten Hand. Nach wenigen Monaten schon enttäuschen manche die Erwartungen der Eltern. Sie werden fahrig, unkonzentriert und vergesslich. Sie machen viele Flüchtigkeitsfehler, lesen stockend, schreiben und basteln schlampig und verlieren die Freude am Lernen. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der linkErsten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder e.V. Dr. Johanna Barbara Sattler

Viele dieser Kinder wurden als LinkshänderInnen geboren. Aber niemand hat sie von klein auf in ihrer Linkshändigkeit gefördert durch passendes Spielzeug und geeignete Gebrauchsgegenstände wie Scheren, Bleistiftspitzer und Computertastaturen. Im Kindergarten hatten sie keine linkshändigen Vorbilder und haben sich an die RechtshänderInnen angepasst. Jetzt verursacht ihnen die komplizierte Tätigkeit des Schreibens mit der falschen Hand einen Knoten im Gehirn. Sie können ihre geistigen Fähigkeiten nicht mehr frei entfalten. Lesen Sie dazu auch das Kapitel Umschulung !

Die LinkshänderInnen – Initiative Wien bietet die Möglichkeit, Kinder mit Schulschwierigkeiten auf ihre angeborene Händigkeit testen zu lassen. Bei linkshändigen Kindern kann dann eine Rückschulung auf die linke Hand erwogen werden. Wenn alle Beteiligten (vor allem das Kind selbst, aber auch Eltern und Schule) an einer solchen Rückschulung interessiert sind, wird dieser Prozess von uns professionell begleitet. Das sollte auf jeden Fall noch im Volksschulalter geschehen! Es können sich dadurch viele Probleme bessern: Die Kinder werden aufmerksamer. Sie können sich das Gelernte besser merken, machen weniger Fehler und haben endlich Erfolg. Jetzt zeigen sich ihre besonderen Begabungen. Manche linkshändige Kinder sind besonders gut in Werken, Zeichnen oder Musik. In Aufsätzen äußert sich ihre reiche Fantasie. Musikalisch begabte inkshändige Kinder sollten auch ein seitenverkehrtes Musikinstrument zur Verfügung gestellt bekommen!

Manchmal ist aber eine Rückschulung auch nicht mehr möglich. Entweder reagiert das Kind auf vorbereitende Schwungübungen nicht mit der erwarteten Erleichterung und unübersehbaren Steigerung seines Wohlbefindens, sondern zeigt einen Widerstand gegen das Schreiben mit der linken Hand - oder Eltern und Kind haben wohl den klaren Wunsch nach einer Rückschulung, diese wird aber vom Lehrer/von der Lehrerin nicht akzeptiert, weil das Schreibtempo vorübergehend reduziert ist. Nicht immer ist dann ein Wechsel der Schule oder der Klasse möglich und sinnvoll. Dann muss das Kind mit den entstandenen Problemen anders zurecht kommen. Das Förderpädagogische Zentrum bietet Trainings an, um die Symptome der Umschulung zu lindern.

 

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© Dr. Elisabeth Ertl - 2005